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Das ist der Video-Titel
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Achtsamkeit

"In der Gegenwart, im Tun liegt die Kraft die eigenen Wünsche und Bedürfnisse an die Oberfläche zu holen, um aus Potentialen Ressourcen zu machen." (Ulrich Clement: Dynamik des Begehrens, 2016...

"In der Gegenwart, im Tun liegt die Kraft die eigenen Wünsche und Bedürfnisse an die Oberfläche zu holen, um aus Potentialen Ressourcen zu machen." (Ulrich Clement: Dynamik des Begehrens, 2016)

In Kontakt mit sich selbst sein im Hier und Jetzt
Achtsamkeit beschreibt jenen Zustand, in dem man fühlt und bewusst bemerkt, was im Körper gerade passiert. Ein Mehr an Achtsamkeit sich selbst gegenüber, eröffnet die Möglichkeit, den Prozesse zu steuern und Reize klarer wahrzunehmen.Achtsamkeit lenkt den Blick auf das, was ist und nicht darauf, was war oder sein sollte. Sie fördert die Bewusstheit  für den Augenblick und bringt diesen mit körperlichen und emotionalen Reaktionen in Verbindung. Achtsamkeit lehrt in Kontakt mit sich selbst zu treten und erzeugt Gefühle, die mit dem Moment zu tun haben, in dem wir sie erleben.

  • Welche Stärke, welcher Qualität von Berührung nimmt mein Körper auf?
  • Was mag mein Körper mehr, was weniger?
  • Was fühle ich genau?
  • Was spüre ich wo in welchem Körperteil?
  • Was passiert auf mentaler Ebene, welche neue Gedanken tauchen auf?
  • Was bewirken diese Gedanken wiederrum im Körper?

Die Freiheit etwas Anderes, Neues zu fühlen
Gewünschte Veränderung können nur dann stattfinden, wenn man den Zusammenhang zwischen Reiz und Reaktion erkennt. Überaktivität und Ersatzhandlungen verhindern diese Verbindung und spalten Körperempfindungen von unserer Wahrnehmung ab. Körperübungen schaffen wieder den Rahmen für ganz direkte Erfahrungen. In diesen Erfahrungen liegt das Potential für Wachstum und neue, positive Bewertungen. Wenn man sich nicht die Zeit nimmt, bewusst zu fühlen, dann reagiert man wie man es schon immer getan hat. Achtsamkeit verhindert in ein automatisiertes Verhalten abzugleiten. Man gewinnt die Freiheit etwas Anderes, Neues auszuprobieren, etwas Anderes, Neues zu fühlen.

Bewusst Grenzen spüren und Grenzen setzen
Mit dem eigenen Körper in Einklang zu sein, ist nicht nur für das Wohlbefinden und für einen positiven Zugang zu Sex wichtig, sondern auch, um Grenzen setzen zu können. Unser Körper reagiert sofort, wenn wir uns in Situationen befinden, die wir als nicht stimmig oder unangenehm empfinden. Unser Atem wird schneller, wir beginnen zu schwitzen, wir verspannen uns. Achtsamkeit lehrt uns, diese Signale wieder bewusst wahrzunehmen. Körperarbeit führt uns behutsam an diese Grenzen heran und lässt uns damit experimentieren. Können wir uns in Situationen hinein entspannen? Können wir offen bleiben, die Grenzen sogar etwas auflösen und in dieser Ausdehnung Neues spüren? 

Durch Achtsamkeit Zugang zu unseren verborgenen Seiten erhalten
Achtsamkeit ist ein Prozess, der uns stetig und intensiver mit unseren eigenen Bedürfnissen und Neigungen verbindet. So kommen wir über Achtsamkeit mit unseren versteckten, verborgenen Seiten der Sexualität in Berührung. Sie lässt jene Aspekte sichtbar werden, die wir vielleicht als moralisch nicht vertretbar, als unnormal oder nicht beziehungs- kompatibel empfinden.

Neue Landstriche entdecken
Durch unterschiedliche Berührungsarten, Intensitäten und dem Spiel mit den Sinnen (Riechen, Tasten, Sehen, Spüren, Schmecken) können Körperempfindungen beobachtet werden. Es geht nicht darum, was andere von einem denken, sondern darum, was man selbst empfindet. Auf diese Weise kann die Landkarte des eigenen Körpers neu gezeichnet werden. Vielleicht werden Landstriche entdeckt, die bisher unentdeckt geblieben sind oder schon lange Zeit unbewohnt sind.

In unseren Workshops arbeiten wir mit dem Prinzip der Achtsamkeit.

 

Ficken bis ins hohe Alter. Wir danken Ulrich Clement für diesen wunderbaren Video-Tipp.
Ficken bis ins hohe Alter. Wir danken Ulrich Clement für diesen wunderbaren Video-Tipp.
Appetenz

Appetenz bezeichnet Verlangen, Lust, Begierde, Drang, Sehnsucht. Es gibt gesteigertes und vermindertes sexuelles Verlangen. Dann spricht man von Appetenzstörung. Betroffenen...

Appetenz bezeichnet Verlangen, Lust, Begierde, Drang, Sehnsucht. Es gibt gesteigertes und vermindertes sexuelles Verlangen. Dann spricht man von Appetenzstörung. Betroffenen initiieren selten sexuelle Handlungen.Sie können keine sexuelle Lust entwickeln und reagieren nicht auf sexuelle Stimulans. Vermindertes sexuelles Verlangen ist neben der Orgasmusstörung die häufigste sexuelle Störung bei Frauen. Wir sehen dieses mangelnde Begehren als einen Hinweis auf einen konflikthaften Zugang zur ganz persönlichen sexuellen Wünschen und sexueller Selbstbestimmtheit.In der Beratung gilt es, das Spannungsfeld auszuloten, welches kulturell, gesellschaftlich, paardynamisch und individuell geprägt ist. Die Kernfrage lautet: „Welche Sexualität möchte ich als Frau erfahren und ausleben? Männliche Appetenzstörungen sind noch immer ein tabuisiertes Thema. In den letzten Jahren kommen aber immer mehr Männer in die Beratungspraxen, outen sich und holen sich Rat und Hilfe.

Avantgarde

In seinem Buch Neosexualitäten (2005) beschreibt der Sexualforscher Volkmar Sigusch den Wandel der Bedeutung von Sexualität in unserer Gesellschaft in den letzten drei Jahrzehnten. Er statuiert...

In seinem Buch Neosexualitäten (2005) beschreibt der Sexualforscher Volkmar Sigusch den Wandel der Bedeutung von Sexualität in unserer Gesellschaft in den letzten drei Jahrzehnten. Er statuiert eine veränderte gesellschaftlich-kulturelle Situation, in der Menschen heute in der westlichen Welt ihr Beziehungsleben und ihre Sexualität organisieren: Im Gegensatz zu früheren Zeiten bestimmen Gleichwertigkeit und Selbstbestimmung das eigene Verständnis. Tabus und Normen sind pluralistischen sexuellen Lebensformen und Paarmodellen gewichen und ermöglichen individuelle Freiheiten.

Indem Sexualität nicht mehr ausschließlich ein verbindliches Referenzsystem (z.B. Sex nur in der Ehe oder Sex nur als Ausdruck von Bindung und Liebe) hat, können Individuen nun auswählen, was jeweils am besten für das persönliche Glück passt. Probleme entstehen weniger aus einem Zwang, sondern daraus, aus der Fülle der Möglichkeiten auswählen zu müssen und mit dem/r jeweiligen Sexualpartner*in auszuhandeln, was für beide passt.

In diesem Kontext etablierten sich viele Szenen und Subkulturen, die jenen Menschen Platz gaben, die sich nicht mehr hinter den Vorgaben der Mehrheitsgesellschaft verstecken wollten. In einem pluralistisches Nebeneinander entwickelte sich ein selbstbewusster und selbstbestimmter Umgang mit dem eigenen Körper, der Geschlechtsidentität und Orientierung, der Lebensformen und Ästhetik. Neue Regeln und Codes im Umgang miteinander entstanden und differenzieren sich immer weiter aus. Die Vertreter*innen der einzelnen Szenen setzen sich bewusst mit Begehren, Lust und Erregung auseinander. Um ihre Erfahrungen weiterzugeben und ein gegenseitigen Austausch zu ermöglichen, entstanden Plattformen, Orte und Events, die eine Selbstbeforschung und Selbstreflexion unterstützen. Im Laufe der Zeit wurden Bücher veröffentlicht und man brachte sich in Debatten zu Sexualität ein. Dies förderte einen Ausdifferenzierungsprozess, der eine vielfältige Landschaft an Communities entstehen ließ.