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Gehirn

Das Gehirn ist unser größtes Sexualorgan
Die Grundvoraussetzung für ein befriedigendes Erleben von Sexualität ist die Fähigkeit sexuelle Erregung zu spüren und sie...

Das Gehirn ist unser größtes Sexualorgan
Die Grundvoraussetzung für ein befriedigendes Erleben von Sexualität ist die Fähigkeit sexuelle Erregung zu spüren und sie wahrzunehmen. Körper und Geist bilden eine Einheit. Das heißt jeder Vorgang auf emotionaler und kognitiver Ebene hat seine Spiegelung im Körper. Aber auch umgekehrt: eine neue Erfahrung an Berührung und sexueller Stimulation führt zu Veränderungen der Wahrnehmung in der Bewertung. Erst dann, wenn sexuelle Erregung mit einer (positiven) Wahrnehmung verbunden ist, spürt man Lust.

Für sexuelle Erregung sind neben den kognitiven und affektiven Reizen vor allem sensorische Reize verantwortlich. Diese Reize werden in den sensorischen Hirnarealen abgespeichert (psychomotorische Erregung). Ihre Qualität und Intensität entsteht durch die Zuordnung zu Gefühlen und emotionalen Bewertungen (psychovegetative Erregung). Physiologisch werden dabei die Impulse im sensorischen Areal durch den Botenstoff Dopamin in das Lust- und Belohnungszentrum übertragen. Die Aktivierung des Nucleus accumbens führt zur Ausschüttung des Belohnungsstoffes Gamma-Amino-Butyric-Acid (Gaba). Dieser Botenstoff lässt unseren Körper in einen gelösten, entspannten und geborgenen Zustand sinken. Man fühlt sich selbstbewusst, sinn-erfüllt und ganz bei sich.

Jeder Reiz, der das Belohnungszentrum stimuliert, wird als angenehm und lustvoll empfunden. Deswegen führen Tätigkeiten und Stimulanzien, die das Lustzentrum erregen, stets dazu, die lustvermittelnde Handlung zu wiederholen. Sexuelles Begehren funktioniert durch den gleichen Mechanismus. Lust auf Sex entsteht durch Lust am Sex. Positives sexuelles Erleben entsteht, wenn man die körperliche Erregung mit einer Wahrnehmung verbindet und sie in einen Erfahrungshorizont einordnen kann. Erst die aufgrund der individuellen Geschichte gespeicherte Bedeutung macht sie zu emotionalen Reizen. Dann erhält eine sexuelle Handlung eine Bewertung (z.B. befriedigend, anregend, anziehend, uninteressant, nicht erregend). Je mehr positiv konnotierte Reize das Lustzentrum erreichen, desto stärker wird das Appetenzsystem aktiviert und desto mehr wächst sexuelles Begehren.