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Selbsterfahrung

Lustvolle Sexualität beginnt bei einem selbst
Sexuelle Kompetenz kann man sich aneignen. Lust und Lustfähigkeit müssen auf körperliche Ebene geübt werden. Zu glauben, dass...

Lustvolle Sexualität beginnt bei einem selbst
Sexuelle Kompetenz kann man sich aneignen. Lust und Lustfähigkeit müssen auf körperliche Ebene geübt werden. Zu glauben, dass sich Lust auf Sex immer spontan einstellt, ist ein sehr verbreiteter Irrglaube. Abgesehen von den ersten hormonell dominierten Phasen der Verliebtheit, ist es ein fragiler Prozess, bei dem es oft zu Irritationen oder sogar Störungen kommen kann. Unsere Lustfähigkeit hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, die wir sinnlich und kreativ gestalten können, um damit Verlangen, Begehren und Erregung bewusst zu beeinflussen. 

Der Schlüssel zu einer erfüllten Sexualität liegt im Aufspüren und Erforschen jener Erfahrungen, die uns mentale, emotionale und körperliche Befriedigung bescheren. Versäumen wir es, uns diese Fähigkeiten anzueignen, dann endet dies oft in sexueller Unzufriedenheit. Lust ist eben kein Zufall, sondern benötigt eine Auseinandersetzung mit persönlichen Wünschen und Bedürfnissen und mit  körperlichen Voraussetzungen. Es bedarf Zeit und der Möglichkeit, Varianten und Techniken zu üben.

In vielen Aspekten unseres Sexualisierungsprozesses haben wir also Einfluss darauf, wie er sich entwickelt. Im Laufe des Lebens und persönlichen Reifeprozesses geschieht die Auseinandersetzung mit sich und seinen Stärken, Schwächen und Möglichkeiten in der Begegnung und Beziehung mit anderen Menschen automatisch. Wenn wir uns aber bewusst damit auseinandersetzen, wie wir unseren Körper erotisieren, was unsere Lustbereitschaft vergrößert und unsere Lustfähigkeit steigert, wenn wir auf die Suche nach Fantasien und Begehrlichkeiten gehen, dann erhält Sexualität eine ganz neue Dimension. Wir werden Akteur*innen. Wir übernehmen Verantwortung für uns selbst. Und so können wir sexuelle Begegnungen aktiv(er) gestalten.

Ganzheitliche Selbsterfahrung in Workshops
Die Möglichkeit sich bewusst mit den eigenen Bedürfnissen auseinanderzusetzen, sich neues Wissen über den eigenen Körper und dem jeweils anderen Geschlecht anzueignen und konkrete neue Varianten zu üben, nachzuspüren was einem sexuell gefällt und dies in einem lustvollen, spielerischen Rahmen auszuprobieren. Diese Rahmen bieten Workshops und Gruppen, da sie eine umfassende Möglichkeit der Selbsterfahrung bieten, die sowohl auf der körperlichen, als auch auf der mentalen und emotionalen Ebene wirken. Für uns sind Workshops und Gruppen daher eine wertvolle Ergänzung zu bestehenden Beratungs und Therapieangeboten.

 

sexuelle Störung

Die Sexualmedizin unterscheidet zwischen sexuellen Problemen und sexuellen Störungen. Problem treten kontextabhängig und situativ (Personen) auf. Störungen manifestieren sich...

Die Sexualmedizin unterscheidet zwischen sexuellen Problemen und sexuellen Störungen. Problem treten kontextabhängig und situativ (Personen) auf. Störungen manifestieren sich unabhängig vom Kontext und sind chronisch. Von sexueller Störung spricht man daher nur, wenn die Symptomatik in der Mehrzahl der sexuellen Kontakte auftritt und mindestens ein halbes Jahr dauert. Ein besonders wichtiges Kriterium für die Diagnose einer sexuellen Störung ist der persönlich empfundene Leidensduck des/der Klienten/Klientin. In der Anamnese muss deshalb genau erhoben werden, welche Faktoren dominieren. Die heutige Sexualwissenschaft hat ein biopsychosoziales Verständnis von Störung. Dabei wird davon ausgegangen, dass sowohl körperliche, psychische sowie soziale Faktoren die menschliche Sexualität beeinflussen. Situation und kontextabhängiges Auftreten sind meist ein deutlicher Hinweis auf eine psychische Ursache der sexuellen Symptomatik.

Moderne Beratungs-, Therapie- und Behandlungsmethoden beziehen alle Aspekte ein. Sie konzentrieren sich nicht nur auf die körperlichen Symptome, sondern nehmen emotionale Intimität und sexuelles Verlangen (Weg von Erwartungs-und Leistungsdruck) in den Focus.

Sexuelle Funktionsstörungen haben meist mehrere Ursachen, die einander bedingen und verstärken

  • Körperliche Erkrankungen z.B. chronische Stoffwechselerkrankungen, rheumatische Beschwerden, Bluthochdruck
  • Psychische Erkrankungen: Depression, Angststörungen usw.
  • Versagensängste: hoher Erwartungs- und Leistungsdruck sexuell zu genügen
  • Persönlichkeitsmerkmale: Nähe-Distanz, Offenheit, Umgang mit Enttäuschungen uvm.
  • Medikamenteneinnahme: viele Medikamente besonders für psychische Erkrankungen beeinträchtigen die sexuellen Erregung und das Lustempfinden
  • Partnerschaftliche Aspekte
  • Lebensstilfaktoren: Rauchen, Alkohol und anderer Drogenkonsum, Stress, life events
  • Soziokulturelle Faktoren: Rollen und Gender, Normen
Shibari

Shibari oder synonym Kinbaku ist die japanische, erotische Kunst des Fesselns mit Hanfseilen, welche sich aus der traditionellen militärischen/polizeilichen Fesseltechnik...

Shibari oder synonym Kinbaku ist die japanische, erotische Kunst des Fesselns mit Hanfseilen, welche sich aus der traditionellen militärischen/polizeilichen Fesseltechnik Hojōjutsu entwickelt hat. Im Gegensatz zum westlichen Bondage dient die Fesselung beim Shibari nicht ausschließlich der Immobilisierung. Sie kann auch ästhetische Formen annehmen und so eine Art Kunstwerk schaffen. Shibari ist eine besondere Form der Kommunikation, wo das Seil als Medium verwendet wird, um den/die PartnerIn zu streicheln, zu führen, in Ruhe zu bringen, Aufmerksamkeit zu geben. Außerdem kann Shibari zur Vorbereitung auf weitere BDSM Praktiken dienen.
Buchempfehlung: Master K: "The Beauty of Kinbaku", 2015 (nur in englisch verfügbar)

 

Spiel

Es ist bezeichnend, dass seit einiger Zeit immer mehr Menschen „spielen“ sagen, wenn sie von sexuellen Handlungen erzählen. Dies drückt ein Selbstverständnis aus, dass Sex viel...

Es ist bezeichnend, dass seit einiger Zeit immer mehr Menschen „spielen“ sagen, wenn sie von sexuellen Handlungen erzählen. Dies drückt ein Selbstverständnis aus, dass Sex viel mehr sein kann, als der klassische Geschlechtsverkehr mit Penis in der Vagina. Es gibt unendlich viele Sex-Spiele: von Rollenspielen bis zu erotische Massagen, von Brett- und Kartenspielen bis zur Verwendung von Toys, von BDSM bis Telefonsex, von Fesselkunst bis zum Spiel mit mehreren Menschen gleichzeitig.

Erotische Spielsammlung als APP: https://itunes.apple.com/at/app/pimp-your-sex-life-erotische/id599564552?mt=8

Szenen

Zwei Subkulturen, die sich selbstbewusst in den letzten Jahren entwickelt haben sind die  BDSM ( Bondage, Dominance, Submission, Masochism) Szene und die Conscious Kink Szene. Für beide...

Zwei Subkulturen, die sich selbstbewusst in den letzten Jahren entwickelt haben sind die  BDSM ( Bondage, Dominance, Submission, Masochism) Szene und die Conscious Kink Szene. Für beide Communities ist das bewusste Inszenieren und Ausleben von Fantasien, Neigungen und Bedürfnissen essentiell. Alle Begegnungen und Spiele beruhen auf dem Grundsatz “safe, sane, consensual” - also “sicher, bewusst und einvernehmlich”. Dieses Prinzip garantiert, dass ein Raum für alle Beteiligten geschaffen wird, in dem man sich auf andere verlassen kann und Sicherheit entsteht, etwas zu wagen und auszuprobieren. Rituale und festgelegte Rollen sind dafür wesentliche Elemente.

Erst sie ermöglichen ein Spielen mit den existentiellen Themen von Fantasien: Dominanz und Unterwerfung, der Umwandlung von Angst in Aufregung, Widerstand in Kapitulation, Schuld in Freude, Zorn in Berührung, Strafe in Selbstachtung. BDSM und Conscious Kink geben Zwischenräumen, dem Unbewussten und Verborgenen, den Tag- träumen und Fantasien Platz sich auszubreiten. Sie spielen mit allen Sinnen und arbeiten mit den Schatten, als Metapher für alle Persönlichkeitsaspekte, die man ausleben möchte.  Diese Szenen geben die  Erlaubnis, Vergnügen daran zu finden und zu erkennen, dass die eigentliche Perversion in der Unterdrückung der Lust und der Lebenskraft liegt.  Sie geben dem erotischen Anteil im Nichtsexuellen durch Plots und Skripte eine wesentliche Bedeutung und zielen auf Leichtigkeit und Verspieltheit ab.

Im Kontext dieser Subkulturen sind in den letzten 5 bis 10 Jahren eine Reihe von Festivals in Europa, Amerika und Australien entstanden, die sich mit der Erforschung (kreativer) Sexualität beschäftigen. Das XPLORE in Berlin gilt als eine der ersten Veranstaltungen dieser Art und hat andere inspiriert.Auf der Website heißt es über die eigene Intention:

….stellt ungewöhnliche Menschen vor, die mit dem Phänomen Sexualität spielen, arbeiten und forschen und dabei oft erstaunliche Techniken und Rituale entwickelt haben. Diese Formen sind so vielfältig wie die Sexualität selbst. Sie sind spiritueller Weg oder Teil therapeutischer Arbeit, sie entstehen aus ästhetischen Absichten oder auf der Suche nach Grenzerfahrungen, sie dienen ekstatischen Zwecken oder der meditativen Entspannung. Meistens aber geht es um die pure Lust. Gemeinsam ist all diesen Formen das Spielerische, Kommunikative, Kreative und Öffentliche. Sie repräsentieren eine andere sexuelle Kultur. Sie sind Kunst mit Körper und Seele. (www.2016.xplore-berlin.de)

Die Festivals bestehen alle aus einem Mix aus Workshops, Partys, Ausstellungen, Performances, Konzerten, Theatervorführungen und unstrukturierten, offenen Begegnungsräume. Diese Fusion von Kunst, Körperarbeit und Sexualität propagiert einen reflektierten, toleranten und spielerischen Umgang mit Sexualität, der auch uns für unser Zentrum inspirierte. Außerdem sind wir der Meinung, dass es sehr viel über eine Gesellschaft aussagt, welcher Platz der Sexualität im öffentlichen Diskurs zugeschrieben wird und ob sexuelle Entwicklung aktiv gefördert wird. Wir gehen zwar nicht so weit zu sagen “Sex is Revolutionary”, wie es auf der Startseite des australischen "Festivals of Really Good Sex" heißt, aber nach wie vor halten wir den feministischen Spruch der 70er Jahre “Das Private ist politisch” für richtig.